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30. Kleinfeld-Turnier

(Hallen-Turnier beim 9. Mazda-Cup in Engelsdorf)

6. Februar 2005, Gymnasium Engelsdorf, Arthur-Winkler-Straße

(4 Feldspieler plus Torwart, 1 x 10 min, 6 Mannschaften, jeder gegen jeden)

FC Waldstraßenviertel - Siedler Albrechtshain 3:0

Tore: Oliver Wolfram, Steffen Naumann, Uwe Heine

FC Waldstraßenviertel - Fortuna Leipzig 2:0

Tore: Timo Naumann, Albrecht Herold

FC Waldstraßenviertel - SV Tresenwald AH 2:1

Tore: Uwe Heine, Albrecht Herold

FC Waldstraßenviertel - Rosentaler Kicker 2:0

Tore: Timo Naumann, Jörg Voigtmann

FC Waldstraßenviertel - AS Lok Engelsdorf 2:0

Tore: Uwe Heine, Timo Naumann

Turniersieg!

FCW mit: Steve Brenner - Timo Naumann, Andreas Ringel, Andreas Seidel, Jörg Voigtmann, Albrecht Herold, Uwe Heine, Steffen Naumann, Oliver Wolfram

Spielbericht

Aufgalopp

Nunmehr fast traditionell beginnen wir das Jahr in Engelsdorf. Bei Lothar Hahn. Sein Anruf erwischte mich im Treppenhaus. Er rief entgegen seinen Gewohnheiten sehr kurzfristig an. Genauer gesagt eine Woche vorher. Eigentlich ein Unding, aber er meinte, wir hätten bereits im Dezember für diesen Termin zugesagt. Ich konnte mich an nichts erinnern.

Das schien Folgen zu haben, denn die ersten Anrufe waren Absagen. Fischi war zum Eisklettern unterwegs. Lehmo, der ihn in wichtigen Momenten vertreten hatte, stand eine Knieoperation in vierzehn Tagen bevor. Kam also auch nicht in Frage. Fängt ja gut an, dachte ich. Das heißt, wir haben keinen Torwart.

Zum Glück sprang Steve ein. Schon im Dezember Zweitausenddrei beim Turnier des Reisebüros Kiefer war er in einer ähnlich prekären Situation ins Tor gegangen. Diesmal mit Widerstand. Aber immerhin.

Sonst hatten nur Kai und Heinz abgesagt. Kai wegen seines Vaters, der mit Darmproblemen ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Hörte sich nicht gut an. Vor allem, weil Kai nie viele Worte macht und man sich den Rest selber denken kann. Heinz hatte am Vortag ein Spiel mit den alten Herren von Sachsen Leipzig. Ihm tat alles weh. Ich kenne sowas. Beide waren also entschuldigt.

Der sechste Februar Zweitausendfünf ist ein Sonntag. Es geht morgens sehr früh los. Halb neun Treffen wieder in der Funkenburgstraße. Es ist in diesem sonst sehr milden Winter erstmals kalt. Minus fünf Grad und alle wollen möglichst schnell nach Engelsdorf.

Kurz nach neun sind wir da. In der Halle ist schon ordentlich was los. Sechs Mannschaften. Beim Einspielen haben wir uns bald totgetreten. Je-der würde gegen jeden spielen. Wie immer einmal zehn Minuten.

Es ging zügig los. Nach einer kurzen Eröffnungsrede und dem üblichen Fairnessappell hatten wir wie im Vorjahr als Titelverteidiger das Eröffnungsspiel. Unsere Gegner sind die Siedler Albrechtshain. Hatten wir bisher noch nie gesehen. Sie spielen in grün-gold und können uns in keiner Phase gefährden. Sozusagen Powerplay. Und ohne jede Gegenwehr. Eine Direktabnahme von mir nach Jörgs Ecke von rechts, die der Torwart noch aus dem linken Dreiangel fischte ist die letzte Warnung, bevor die Tore fallen. Das 1:0 ist Uwes Vorarbeit, der mir nach einem Alleingang den Ball mustergültig vorlegt, so dass ich von links nur noch einschieben muss. Das zweite Tor erzielt Steffen, der das Leder ebenfalls im Abwehrchaos nur noch über die Linie drückt. Und Uwe erlöst mit seinem Distanzschuss zum 3:0 einen in allen Belangen hoffnungslos überforderten Gegner in die Schluss-Sirene.

Im zweiten Spiel des Turniers gewinnen unsere wahrscheinlich härtesten Rivalen, die altbekannten Rosentaler Kicker, gegen den SV Tresenwald nach anfänglichen Schwierigkeiten mit 2:0.

Auch das zweite Spiel wird eine Art Belagerung. Gegen Fortuna Leipzig in violetter Spielkleidung war Geduld gefragt. Die stehen mit allen Feldspielern hinten drin und damit kommen wir irgendwie nicht zurecht. Beide Tore erst etwa drei Minuten vor dem Ende. Und sie sind fast Kopien voneinander. Zuerst trifft Timo aus der Distanz von halbrechts ins linke untere Eck. Danach macht Albrecht von genau der gleichen Stelle das 2:0. In der Schlussphase sind wir unbegreiflich lässig und bekommen dreimal fast die Quittung. Zuerst werden Timo und Albrecht über links regelrecht überlaufen und wir haben Glück, dass der Schütze freistehend den Anschlusstreffer vergibt. Beim zweiten Mal hilft uns der Pfosten und schließlich ist es Steve, der mit unglaublicher Fußabwehr in letzter Sekunde rettet.

Die Rosentaler Kicker schlagen danach den AS Lok Engelsdorf mit 2:1.

Es muss sich rumgesprochen haben, wie man heute gegen uns spielt. Auch gegen den SV Tresenwald, unseren Finalgegner vor zwei Jahren, treffen wir auf einen Abwehrriegel. Scheinbar alles Dasselbe. Erst das lange Warten, dann aber doch das erlösende und überfällige Tor. Wieder ist es Uwe, der einen schwer zu nehmenden Abstauber von links aus spitzem Winkel versenkt. Die Angelegenheit scheint erledigt. Aber wir bekommen postwendend den Ausgleich: Jörg verliert in der Vorwärtsbewegung den Ball und Steve hat beim nachfolgenden Flachschuss ins rechte Eck keine Chance. 1:1 und noch vier Minuten.

Die jetzt hektisch werden. Wir verlieren gegen einen Morgenluft witternden Gegner weitere Bälle und sind für Momente völlig von der Rolle. Ich leider allen voran mit mehreren vertändelten Bällen, die es hinten lichterloh brennen lassen. Keine Ahnung, was da mit mir los war. Das Siegtor ist dann mehr als glücklich. Im Tumult vor der Abwehr liegt der Ball erst zwischen zwei am Boden liegenden Verteidigern fest, bevor ihn Albrecht mit seinem zweiten Turniertor in die Maschen hämmert.

Drei Spiele drei Siege, aber jetzt kommen die Rosentaler Kicker, die sich auch in ihrem dritten Spiel gegen Fortuna Leipzig mit 2:1 keine Blöße geben.

Unser Gegner ist stark und wir geraten schnell in die Defensive. Alles sieht mehr nach Reagieren aus und wir tun uns schwer, das Spiel aufzubauen. Wenn es dann doch gelingt, werden wir mehrere Male fast überfallartig ausgekontert. Mir fällt Steffen auf, der ein ums andere Mal die rechte Abwehrseite entblößt. Ausgerechnet Steffen, der ungekrönte Meister der Raumaufteilung.

Jetzt sind wir es, die hinten drinstehen. Steve kriegt dadurch riesen Szenen. Mehrfach lenkt er die Bälle mit Hand- oder Fußabwehr um die Pfosten und wird so zum eigentlichen Matchwinner. Unsere beiden Tore fallen durch einen Fernschuss von Timo und einen Linksschuss von Jörg aus der Drehung, ebenfalls aus der Distanz. Am Ende 2:0. Aber von einem verdienten Sieg gegen Gelb-schwarz kann irgendwie keine Rede sein. Ich glaube, wir sind so etwas wie der Albtraum für die.

Vor der letzten Runde führen wir mit zwölf Punkten aus vier Spielen vor den Rosentaler Kickern und dem AS Lok Engelsdorf (je neun Punkte) die Tabelle an. Im letzten Spiel gegen die Engelsdorfer Gastgeber reicht damit jedes Unentschieden zum Turniersieg. Jede Niederlage kann den dritten Platz bedeuten.

Im Spiel vor uns schießen sich die Rosentaler gegen die Siedler Albrechtshain mit 5:0 den Frust von der Seele. Das reicht als Warnung.

Im Jahr zuvor hatten wir gerade gegen Engelsdorf das Auftaktmatch verloren und so dem Turnier von Anfang an unfreiwillig das gewisse Etwas verliehen. Diesmal brennt hier nichts an. Der Ball läuft und es wird endlich wieder kombiniert.

Uwe und Timo machen beim 2:0 jeweils ihre dritten Tore. Uwe per Linksschuss und Timo nach edlem Doppelpass mit Steffen. Als die Schluss-Sirene kommt, haben wir zum dritten Mal hintereinander das Engelsdorfer Hallenturnier gewonnen. Emilia und Victor dürfen mit vor als Andi zur Siegerehrung den Pokal und den traditionellen Sekt holt.

Am Ende stehen zwei leere Sektflaschen in unserer Kabine, von denen auch die Kinder ihre Kostprobe bekommen. Leider ist es Victor schon anzumerken. Vor allem auf dem Weg zum Auto. Mensch, der hatte doch nur einen winzigen Schluck. Doch Emilia verpetzt ihn. Es wäre mehr gewesen. Sie hätte es genau gesehen. 

Abschlusstabelle:  S – U – N  Punkte  Tore

#TeamSUNPunkteTore1FC Waldstraßenviertel5001511:12Rosentaler Kicker4011211:43AS Lok Engelsdorf30297:44SV Tresenwald AH11344:65Fortuna Leipzig11343:56Siedler Albrechtshain00501:17


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