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33. Kleinfeld-Turnier

(Hallen-Turnier beim 10. Mazda-Cup in Engelsdorf)

5. Februar 2006, Gymnasium Engelsdorf, Arthur-Winkler-Straße

(4 Feldspieler plus Torwart, 1 x 10 min, 6 Mannschaften) Vorrunde jeder gegen jeden, danach Platzierungsspiele: Finale: Vorrundenerster gegen Vorrundenzweiter, Spiel um den 3. Platz: Vorrundendritter gegen Vorrundenvierter., um Platz 5 nur Neunmeterschießen um den 5. Platz: zwischenVorrunden-5. und Vorrunden-6.

Vorrunde:

FC Waldstraßenviertel - Siedler Albrechtshain 0:0

FC Waldstraßenviertel - SV Tresenwald AH 0:1

FC Waldstraßenviertel - AS Lok Engelsdorf 3:0

Tore: Uwe Heine, Timo Naumann, Mario Hamerla

FC Waldstraßenviertel - VoSpo Stötteritz 3:0

Tore: Timo Naumann, Uwe Heine, Oliver Wolfram

FC Waldstraßenviertel - Rosentaler Kicker 3:0

Tore: Uwe Heine, Kai Werner (2)

Spiel um den 3. Platz (Vorrundendritter – Vorrundenvierter):

FC Waldstraßenviertel - Rosentaler Kicker 2:1

Tore: Oliver Wolfram, Kai Werner

3. Platz!

FCW mit: Jens Fischer - Timo Naumann, Mario Hamerla, Andreas Seidel, Jörg Voigtmann, Steffen Naumann, Kai Werner, Oliver Wolfram, Uwe Heine

Spielbericht

Die Dinge wiederholen sich

Es vergeht nur wenig Zeit, bis wir wieder zusammenkommen. Bei Lothar Hahn und seinem traditionellen Mazda-Cup, der für uns in der Vergangenheit immer ein gutes Pflaster war. Drei Teilnahmen – drei Turniersiege. In sechzehn Spielen zwölf Siege, drei Unentschieden und nur eine Niederlage. Gute Gründe, um mit breiter Brust und dem Vorgefühl auf ein schönes Turnier nach Engelsdorf zu fahren.

Der Februar Zweitausendsechs ist eiskalt. Der Winter hatte früh im November begonnen und würde noch weit bis in den April hinein reichen. Ich kann mich im Nachhinein nicht erinnern, jemals einen so langen und kalten Winter erlebt zu haben.

Es geht früh los. Acht Uhr fünfzehn Treffen in der Funkenburgstraße. Für solche wie Steve und Peter immer ein Grusel. Steve sieht um diese Zeit meist noch grün-grau im Gesicht aus und Peter hätte wieder die typischen Ur-Krostitzer-Augen gehabt, „Glüsen“ wie er sie nennt. Aber ausgerechnet die beiden sind heute nicht dabei, so dass ich überwiegend in muntere Gesichter schaue, als ich mit den Trikots und den Bällen die Treppe herunterkomme.

Über die Atmosphäre in Engelsdorf habe ich in den vergangenen Jahren schon hinlänglich berichtet. Sie ist eine verlässlich und ändert sich nicht. Viel zu viele Spieler spielen sich vor Turnierbeginn auf dem kleinen Hallenparkett ein, bis Lothar Hahn alle zusammenruft, um ein paar Worte zum Modus und zur gebotenen Fairness zu sagen. Alles ist wie immer. Wir beginnen das Turnier mit einem einfachen Sport – Frei.

Der Modus würde sich diesmal etwas ändern. Nach einer Vorrunde, in der wie üblich jeder gegen jeden spielt, wird eine Zwischentabelle gemacht. Danach spielt der Dritte gegen den Vierten um den dritten Platz, der Erste gegen den Zweiten das Finale. Der Fünfte macht gegen den Sechsten nur ein Neunmeterschiessen.

Für uns wiederholt sich praktisch der achtzehnte Dezember. Wieder kommen wir wie vor sieben Wochen nicht in das Turnier hinein und wieder laufen wir den Punktverlusten bis zum Schluss hinterher. Wir haben gleich das erste Turnierspiel gegen den krassen Außenseiter des Turniers, die Siedler Albrechtshain. Ein Spiel gegen leichte Beute.

Das Spiel wird unglaublich. Wir spielen trotz der Kälte in der Halle wie entfesselt, sind von Beginn an hellwach. Pausenlos eine Chance nach der anderen. Zehn Minuten lang ein Spiel wie ein Handballangriff (Originalton Fischi). Herrlicher flüssiger Fußball bis in den Siebenmeter-Raum.

Ob Jörg, Timo, Andy, Kai, Uwe oder ich. Wir alle kombinieren traumhaft sicher. Unser restlos in die Defensive gedrängter Gegner kommt nicht zu einem einzigen Entlastungsangriff. Sie sind wie an die Wand gespielt und wirken bis auf den Torhüter vollkommen hilflos. Ein Spiel, in dem immer Tore fallen, wenn man Geduld hat. Sie müssen bei solch drückender Überlegenheit einfach fallen.

Aber sie fallen nicht. Wir vergeben jede Chance. Die Bälle gehen vorbei, der Pfosten oder die Hand und Fuß eines wirklich überragenden Torhüters sind dazwischen. Wenn Du glaubst, jetzt passiert es, dann ist der Ball doch nur am Außennetz. Und die Zeit verrinnt gnadenlos. Vielleicht mit Ausnahme dieses unsäglichen Spiels vor fast zehn Jahren gegen Sensation 93, das entfernte Ähnlichkeiten aufwies, habe ich in all den Jahren kein einziges Spiel erlebt, in dem wir so derartig dominant waren, so hundertprozentig überlegen, und dann doch das Spiel nicht gewonnen haben. Dass Uwe einmal von rechts das leere Tor nicht trifft, muss ich im Grunde nicht extra hervorheben. Man kann es einfach nur Pech nennen. Uwe selbst nannte es Die Seuche.

Es wird der einzige Punkt bleiben, den die Siedler bei diesem Turnier erringen. Alle anderen werden danach wie Raubvögel über sie herfallen.

Im zweiten Spiel ändert sich die Szenerie. Gegen die Alten Herren vom SV Tresenwald, gegen die wir vor drei Jahren erst im Neunmeterschiessen das Finale gewannen, kommt eine andere Mannschaft auf uns zu. Die Bezeichnung Alte Herren ist sowieso irritierend, weil jeder, der älter als vierunddreißig ist, in dieser Kategorie spielen kann. Die hier sind leider ungemein beweglich und haben eine sehr gute Raumaufteilung. Sie stehen vor allem in der Defensive gut und spielen ballsicher mit wenig Aufwand. Sie lassen uns sozusagen kommen, wie es so schön heißt, ohne sich dabei nur aufs Kontern zu verlegen.

Optisch sind wir besser, finden aber kein Mittel gegen ein Stellungsspiel wie im Lehrbuch. Nach vier Minuten fällt das alles entscheidende 0:1. Natürlich im Konter. Und leider ein klasse Tor. Fischi muss eins gegen eins aus dem Tor und wird beim Herauslaufen vom herrlich aus der Luft mitgenommenen Ball passiert. Als wir danach Druck und Tempo erhöhen, ohne allerdings zu nennenswerten Chancen zu kommen, haben wir Glück, mit zwei aufeinanderfolgenden Kontern nicht noch das zweite Tor zu bekommen.

Aus zwei Spielen ein Punkt. Und gegen den Mitfavoriten verloren. Normalerweise kann man sich damit aus dem Turnier verabschieden. Aber es bleiben noch drei Vorrundenspiele und vielleicht kommt uns ja der veränderte Modus entgegen, bei dem der Turnierzweite gegen den Vorrundensieger noch ein echtes Finale bestreiten kann. Es bleibt also Hoffnung.

Mit dem dritten Spiel gegen den Gastgeber droht es wieder nach dem gleichen Strickmuster zu laufen. Wieder sind wir drückend überlegen und vergeben reihenweise die Torchancen, bis uns Uwe, der Mann für die wichtigen Tore mit einem flachen Distanzschuss zum 1:0 erlöst. Das konnte ja auch nicht so weitergehen. Als Mario mit einem gestochenen Pass in die Mitte Timo bedient, der ihn nur noch ins Tor verlängert, ist die Sache gelaufen. Mario selbst hämmert mit der Schluss-Sirene noch eine Direktabnahme von Andy zum 3:0 unter die Latte.

Nach drei Runden vier Punkte. Tresenwald und die Volkssportmannschaft aus Stötteritz gewinnen jeweils zu Null ihre Spiele und sind mit nunmehr neun Punkten weit vorn. Stötteritz haben wir jetzt im direkten Vergleich, aber ohne fremde Hilfe kommen wir bei zwei ausstehenden Spielen an beiden nicht vorbei. Und auch nicht in ein Finale Erster gegen Zweiter.

Stötteritz kommt uns mit einem offensiven und ungestüm geführten Spiel entgegen. Die Räume sind frei und sowas kann man mit Timo, Kai, Uwe oder mir nicht machen.

Timo, der wegen eines Geburtstags-Brunchs das Turnier eher beendet, muss noch vor dem Verlassen der Halle wenigstens ein Tor machen. In unsere Abmachung schlägt Timo lachend ein und kurz nach Spielbeginn macht er das Führungstor. Dabei laufen Timo und ich allein aufs Tor zu. Timo könnte abspielen, macht es aber aus spitzem Winkel gegen den herausstürzenden Torhüter selbst. Timos Blicke und vor allem sein Lachen danach sagen alles.

Für Timo ist jetzt der später gekommene Steffen in der Mannschaft, der seit Monaten mit der drohenden Trennung von seiner Freundin Annett und seiner rechten Hüftsehne zu tun hat. Kornelia würde hier sagen, dass Gelenkprobleme für Richtungsänderungen im Leben stehen.

Fußballerisch merkt man Steffen, der bewegte Zeiten hinter und vielleicht auch noch vor sich hat, kaum etwas an. Wie eh und je koordiniert er unser Stellungsspiel und behauptet mit dem ihm eigenen Zweikampfstil die Bälle im Vor- und auch im Rückwärtsgang. Genau wie Jörg ist er ein begnadeter Fußballer. Und auch seine Hüfte hält.

Die beiden Tore zum letztendlich hochverdienten 3:0 machen Uwe und ich. Uwe spitzelt einen Abstauber durch die Beine des Torhüters. Mein Tor danach bereitet Kai vor, der mich im Konter über rechts bedient und ich im vollen Lauf den Ball flach versenke. Übrigens wieder durch die Beine des Keepers. Das Spiel würde in durchweg guter Erinnerung bleiben, wenn nicht Mario bei den aufkommenden Nickeligkeiten mit einem Ellenbogen-Check noch eine Risswunde an der Nasenwurzel bekommt. Mario ist bedient. Vor allem, weil es unnötig war. Steri-Strips gibt es hier nicht. Und so kramt Lothar Hahn in historischen Verbandskästen nach uralten Heft-pflastern, die man seinem Hund nicht an die Pfote kleben würde.

Vor dem letzten Spiel können wir das Finale nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Tresenwald hat zwölf Punkte und elf zu null Tore. Stötteritz neun Punkte und drei zu drei Tore. Wir sind dahinter mit sieben Punkten und immerhin sechs zu eins Toren. Wir spielen die letzte Runde gegen die ersatzgeschwächten und abgeschlagenen Rosentaler Kicker, während Stötteritz und Tresenwald direkt aufeinandertreffen. Schlagen wir die Rosentaler und gewinnt Stötteritz nicht gegen Tresenwald, sind wir Gruppenzweiter und kommen doch noch ins Finale.

Mit Hätte, Wenn und Aber haben wir meist keine guten Erfahrungen.

Gegen die Rosentaler Kicker, die schlecht besetzt und völlig von der Rolle sind, genügt es, das Tempo anzuziehen und kurze Pässe zu spielen. Die Tore fallen schnell. Das 1:0 erzielt Uwe mit Flachschuss nach Ecke von Kai. Die beiden anderen Tore macht Kai, der insgesamt eher müde wirkt, selbst. Einmal nach Pass von Andi mit einem Flachschuss aus der Halbdistanz und einmal nach Alleingang, als er erst am Torhüter scheitert und ihn dann doch noch im Nachschuss überwindet. Kai ist selbst ohne Form noch unwiderstehlich.

Das gute Spiel und die drei Tore nützen uns nichts, weil das letzte Spiel gegen uns läuft. Tresenwald ist sicher fürs Finale qualifiziert und kann sich mit dem letzten Spiel sozusagen seinen Gegner raussuchen. Holen sie mindestens einen Punkt gegen Stötteritz, sind wir als Zweiter im Finale. Verlieren sie, sind wir als Dritter aus dem Rennen.

Für Tresenwald sind wir offenbar der unangenehmere der möglichen Finalgegner und so lassen sie es locker angehen. Fast bedächtig werden die Bälle geschoben und auch mit dem 0:1-Rückstand nach der Hälfte der Spielzeit ändert sich nichts. Stötteritz kann unbekümmert aufspielen und bringt den Sieg ohne Bedrängnis über die Runden.

Nach dem Spiel haben Tresenwald und Stötteritz jeweils zwölf Punkte und werden sich im Finale wiedersehen. Uns bleibt mit zehn Punkten nur der dritte Platz in der sogenannten Vorrunde. Ich komme mir verschaukelt vor und auch die Jungs an der Seitenbande nehmen den Verlauf des Spiels zur Kenntnis. So ist eben Fußball. So was gab es immer. Siehe unser schlimmer Deal in Halle-Seeben an Pfingsten Siebenundneunzig! Und sowas wird es immer geben. Vielleicht schneidet sich Tresenwald ja auch ins eigene Fleisch.

Die Partie um den dritten Platz gegen die Rosentaler Kicker hat nun kaum noch eine Bedeutung. Doch gerade in solchen Spielen geht plötzlich noch-mal alles. Es wird traumhaft kombiniert und spannend ist es auch. Nach herrlichem Doppelpass zwischen Uwe und mir über rechts bedient mich Uwe fast von der Grundlinie wie im Lehrbuch und ich kann mit Flachschuss zum 1:0 vollstrecken. Auch das 2:0 wird eine Co-Produktion. Diesmal über links zwischen Uwe und Kai, der dann in seiner typischen Art kraftvoll und emotionslos aus der Halbdistanz vollendet. Man würde sagen, wir spielen effizient. Und es sieht gut aus. Aber auch die Rosentaler halten jetzt dagegen. Der Anschlusstreffer fällt in einer „unübersichtlichen Situation im Gewühl heraus“, wie Andi nach dem Spiel sagt. Die Schlussphase ist dann der offene Schlagabtausch mit dem für uns versöhnlichen Ausklang. Unser Matchwinner wird Fischi, der zuerst einen fast unhaltbaren Ball aus vier Metern über die Latte lenkt, in der Schlussoffensive des Gegners dann bei zwei Flachschüssen klasse abwehrt und uns so wenigstens den dritten Platz sichert.

Die Dinge wiederholen sich also. Wie im Dezember sind wir wieder in den Auftaktspielen nicht konsequent genug. Es ist wirklich verblüffend, wie sich die Bilder gleichen. Obwohl glänzend aufgestellt, vertändeln und vergeben wir am Anfang die Chancen gerade gegen die vermeintlich schwächeren Gegner. Die, die sich komplett hinten reinstellen, weil ihnen die Mittel fehlen, um selbst Akzente zu setzen. Muss man mittlerweile so spielen, um uns die Grenzen aufzuzeigen? Oder sind das die gleichen Fragen wie nach den Großfeldspielen des letzten Sommers? Die nach Konditionsdefizit und Altersdurchschnitt?

Nein. Hier liegen die Dinge anders. So ist ganz einfach der Hallenfußball. Obwohl wir oft elegant und fürs Auge spielen, du weißt nie, wie ein Spiel in der Halle ausgeht. Die kurze Spielzeit auf kleinen schnellen Feldern mit kleinen Toren. Wer da mit Mann und Maus auf engem Raum verteidigt und gut im Raum steht, hat immer eine Chance, ein Remis oder mehr zu erkämpfen. Selbst Timo und Kai sind keine Automaten. Wir spielen alle nur Fußball. Und das Unberechenbare ist manchmal gerade das Schöne daran.

In einem knappen Vierteljahr fahren wir zum dritten Mal hintereinander nach Engelsdorf. Ende April zum alljährlichen Bürgerfestturnier. Mal sehen, wie dann die Auftaktspiele laufen.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Tresenwald verlor auch das Finale gegen Stötteritz mit 0:1. Schönen Gruß aus Halle-Seeben!

Die weiteren Spiele des Turniers:

SV Tresenwald AH - Rosentaler Kicker 2:0

AS Lok Engelsdorf - VoSpo Stötteritz 0:1

Rosentaler Kicker - AS Lok Engelsdorf 2:0

VoSpo Stötteritz - Siedler Albrechtshain 1:0

Rosentaler Kicker - VoSpo Stötteritz 0:1

SV Tresenwald AH - Siedler Albrechtshain 5:0

Siedler Albrechtshain - Rosentaler Kicker 0:3

AS Lok Engelsdorf - SV Tresenwald AH 0:3

Siedler Albrechtshain - AS Lok Engelsdorf 0:4

VoSpo Stötteritz - SV Tresenwald AH 1:0

Abschlusstabelle der Vorrunde:

#TeamSUNPunkteTore1SV Tresenwald AH4011211:12VoSpo Stötteritz401124:33FC Waldstraßenviertel311109:14Rosentaler Kicker20365:65AS Lok Engelsdorf10434:96Siedler Albrechtshain01410:13

Neunmeterschießen um Platz 5 (Vorrundenfünfter gegen Vorrundensechster):

AS Lok Engelsdorf - Siedler Albrechtshain 3:2

Finale (Vorrundenerster – Vorrundenzweiter):

VoSpo Stötteritz - SV Tresenwald 1:0

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